2. Chevauleger Regiment Taxis

Kasket a) Mannschaft b) Offizier

Kasket

In die Einzelbeschreibung der Bekleidungsstücke eintretend, wollen wir auch hier mit dem bayerischen Wahrzeichen, dem Raupenhelm, beginnen, welcher für die Chevaulegers an Stelle des Hutes unter 20. Juni 1800 zur Einführung genehmigt war. Nach Prüfung verschiedener Modelle erhielt am 27. Oktober 1801 eine Kasketform die Zustimmung des Kriegsherrn, wie sie nun kurz beschrieben werden soll.

a) Das Mannschaftskasket

Benanntes Modell unterscheidet sich von jenem der Infanterie durch zwei auf beiden Seiten des Kasketkastens angebrachte und aus je einem Stück gefertigte, vorerst glatte Hiebspangen aus Messing, von denen die Hauptspange senkrecht, die andere etwas schief unter dem Wollkamm ihre Vereinigung fand. Zur Verschönerung des Kaskets trugen die Chevauleger in einem an der Hauptspange der linken Seite angelöteten Röhrchen einen weissen Haarbusch und zwar bis 6. Juli 1804 aus Bocks-, dann aus Rosshaaren. Dieser Busch sollte nicht unter 34 cm hoch, der obere Teil jedoch nicht über 10 cm dick sein. An dem Buschrohre befand sich noch bis 1805 als Feldzeichen eine blauweisse Rosette, von da ab nach Armeebefehl von 21. Januar ds. Jhrs. Die aus Wolle gewirkte und erst 1809 aus Blech gestanzte Nationalkokarde.

Der Kasket - Reif zeigt die in großen lateinischen Lettern erhaben geprägte Umschrift:

CHEVAULEGER * REGIMENT

Der anfänglich runde, von einer Messingschiene eingefasste Augen (oder Vorder-) Schirm erhielt nach und nach spitze Form, welche jedoch erst auf Vorschlag des Generals Deroy durch Verfügung von 29. August 1808 ihre Bestätigung fand. - Der vom Kasketschilde über die Mitte des Kastens bis zur rückwärtigen Schnalle laufen Kamm bestand (wie bei der Infanterie) aus eunem mit Haar, später mit Heu und Stroh ausgestopften Schlauch aus Schafleder, über welchem man schwarzwollene Fransen in einer Gesamtlänge von 5 Ellen, (4,16m) aufnähte und dann kurz schor. Am 12 . September 1801 erschien eine Bestimmung, derzufolge sämtliche Unteroffiziere und Trompeter der Kavallerie Kasketschweife aus Bärenhaut tragen sollten. Das Bataillenband (Bandolier- auch Kinnriemen) fertigte mann aus zugerichtetem Rindsleder und versah es längs den Rändern mit je zwei starken Hiebkettchen aus Messing. Das Belegen mit Messingschuppen findet sich schon während der Feldzüge, kam jedoch erst mit Muster 1818 zur allgemeinen Einführung. --- Nachdem dieses Kaskets bis 19. Juli 1823 Eigenthum des Mannes waren, welcher demnach auch für die Instandhaltung zu sorgen hatte, so ist es nicht zu verwundern, dass die namentlich aus Zeit der Feldzüge stammenden Kaskets oft so große Verschiedenheiten aufweisen. -- Um auch hier Wandel zu schaffen und zugleich die Kreigs-Erfahrungen bezüglich der Vor- und Nachteile der Kaskets verwerten zu können, trat 1816 eine Kommission zusammen, welche ein Modell auswählte, wodurch das bisherige Gewicht (bis zu 1700 gr) gemindert und vor allem auch ein guter Sitz dieser Kopfbedeckung gewährleistet werden sollte.

Das neue, durch Kabinets-Ordre vom 2. Juni 1818 genemigte Muster gelangte jedoch erst von 1822 ab allmälich zur Ausgabe. -- Der Kasten war etwas niedriger geworden und hatte einen mehr kugelförmige Gestalt bekommen. An der mit einem Zuge versehenen weissen Futterleinwand war am unteren Rande das schwarze Schweißleder aufgenäht.

Die Länge des Wollkammes (welcher in der letzten Zeit den Kasketschild förmlich eingeschlossen hatte) betrug jetzt etwas über 30, dessen Höhe unmittelbar oberhalb der Schildkrone 8 ½;, die Breite 9,73, am unteren Ende des Kammes 3 bezw. 6 cm.

Der aus weissen Pferdehaaren gefertigte Busch hatte eine Höhe von 30 cm, so dass er 6 cm über den Wollkamm oder Bärenschweif hinausragte; der obere Durchmesser soll 13,38, der untere 6 cm betragen. Zur bisherigen Umschrift am Messingband kam die einschlägige Regiments - Nummer, wogegen der Stern in Mitte des Bandes wegfiel. -- Die im Verlaufe der Jahre nach und nach ohne offizielle Genehmigung eingeführten Verbesserungen und Verschönerungen, wie z. B. der Nackenschirm, die Messingschuppen, geschmackvollere Kokarden u. s. w., fanden, wie schon erwähnt, nunmehr endgültig Aufnahme. Das Gesamtgewicht hatte sich um 400 bis 500 gr gemindert.

b) Das Offiziers - Kasket

Das bereits im Jahr 1800 für die Offiziere genehmigte Kasket unterschied sich vor jenem der Manschaft im allgemeinen durch die Vergoldung des feinen ausgeführten Beschläges, dann durch das breitere Panzerkettchen in Guirlandenform, ferner durch die durchbrochene Schildkrone. -- Der Bärenschweif, welcher bis 1810 eine gewaltige Ausdehnung gewonnen hatte, erhielt mit Muster 1818 vorne einen grösste Höhe von 22 cm und gleiche Breite, welche beim Nackenschierm sich bis auf 5 cm Durchmesser verringerte. Der kühn über den Kasketschmuck hinausragende, nicht selten auch schwungvoll nach rückwärts gebogene Busch aus weissen gekräuselten Straußfedern sollte nicht länger als 44 cm sein und unten 6 cm, oben etwa 22 cm Durchmesser besitzen. Er stak (nach M/18) in einer 4 ½ cm hohen, mit Silber und blauer Seide weckenartig überwirkten Hülsen, deren oberer Rand mit einer Reihe silberner Bouillons eingefasst war; die Hülse wiederum in einem vergoldeten, seit 1822 mit einem Schräubchen versehen Messingstift.